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Methandienon und das Selbstbild im Spiegel: Körperdysmorphie und Steroidgebrauch
Methandienon, auch bekannt als Dianabol, ist ein synthetisches anaboles Steroid, das seit den 1960er Jahren auf dem Markt ist. Es wurde ursprünglich von dem deutschen Chemiker Dr. John Ziegler entwickelt und von der Firma Ciba Pharmaceuticals vertrieben. Methandienon ist eines der am häufigsten verwendeten Steroide in der Bodybuilding- und Fitness-Industrie aufgrund seiner schnellen und starken muskelaufbauenden Wirkung.
Obwohl es für medizinische Zwecke zur Behandlung von Muskelschwundkrankheiten und Osteoporose eingesetzt werden kann, wird Methandienon hauptsächlich von Bodybuildern und Fitness-Enthusiasten als Leistungssteigerungsmittel missbraucht. Es ist in vielen Ländern illegal und wird von Sportverbänden wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als verbotene Substanz eingestuft.
Körperdysmorphie und Steroidgebrauch
Eine der Hauptgründe für den Missbrauch von Methandienon und anderen anabolen Steroiden ist die Körperdysmorphie, auch bekannt als Muskeldysmorphie oder „Bigorexie“. Dies ist eine psychische Störung, bei der eine Person eine verzerrte Wahrnehmung ihres Körpers hat und ständig das Gefühl hat, nicht muskulös genug zu sein, obwohl sie möglicherweise bereits einen muskulösen Körper hat.
Die Betroffenen sind besessen von der Idee, größer und muskulöser zu werden, und setzen alles daran, dieses Ziel zu erreichen. Sie verbringen Stunden im Fitnessstudio, folgen strengen Diäten und nehmen oft illegale Substanzen wie Methandienon ein, um ihre Ziele schneller zu erreichen.
Die Verwendung von Methandienon kann zu einer schnellen Zunahme der Muskelmasse führen, was für Menschen mit Körperdysmorphie sehr verlockend ist. Sie sehen die Ergebnisse in kürzester Zeit und fühlen sich bestätigt in ihrem Streben nach einem perfekten Körper. Allerdings ist diese Wirkung nur vorübergehend und sobald sie das Steroid absetzen, beginnt der Körper wieder abzubauen, was zu einem Teufelskreis aus Missbrauch und Abhängigkeit führen kann.
Auswirkungen auf das Selbstbild
Der Missbrauch von Methandienon und anderen anabolen Steroiden kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Selbstbild haben. Die Betroffenen sind oft unzufrieden mit ihrem Körper und haben ein geringes Selbstwertgefühl. Sie vergleichen sich ständig mit anderen und fühlen sich minderwertig, wenn sie nicht die gleiche Muskelmasse haben.
Darüber hinaus kann der plötzliche Gewichtsverlust nach dem Absetzen von Methandienon zu einer Verschlechterung des Selbstbildes führen. Die Betroffenen fühlen sich schwach und dünn und haben Angst, dass sie ohne das Steroid nicht mehr attraktiv oder akzeptiert werden.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass der Missbrauch von Methandienon und anderen anabolen Steroiden zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen kann, wie z.B. Leberschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hormonstörungen und psychische Probleme. Diese können alle das Selbstbild weiter beeinträchtigen und zu einer Abhängigkeit von Steroiden führen.
Prävention und Behandlung
Um Körperdysmorphie und den Missbrauch von Methandienon und anderen anabolen Steroiden zu verhindern, ist es wichtig, das Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen und die Risiken und Nebenwirkungen von Steroiden aufzuzeigen. Es ist auch wichtig, ein gesundes Körperbild zu fördern und die Akzeptanz von verschiedenen Körpertypen zu unterstützen.
Für diejenigen, die bereits von Körperdysmorphie und Steroidgebrauch betroffen sind, ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen. Eine Therapie kann dabei helfen, die zugrunde liegenden psychischen Probleme zu behandeln und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Eine medizinische Überwachung kann auch helfen, die körperlichen Schäden durch den Steroidgebrauch zu minimieren.
Fazit
Methandienon und andere anabole Steroide können aufgrund ihrer schnellen und starken muskelaufbauenden Wirkung verlockend sein, aber der Missbrauch dieser Substanzen kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Selbstbild haben. Körperdysmorphie und der ständige Drang nach einem perfekten Körper können zu einer Abhängigkeit von Steroiden führen und die Gesundheit ernsthaft gefährden. Es ist wichtig, das Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen und professionelle Hilfe anzubieten, um sie zu verhindern und zu behandeln.
Quellen
– Pope, H. G., Jr., & Kanayama, G. (2012). Körperdysmorphie und Anabolika: Eine Überprüfung. In J. E. Grant & M. N. Potenza (Hrsg.), Sucht und Zwangsstörungen (S. 507-522). Humana Press.
– National Institute on Drug Abuse. (2018). Anabole Steroide. Abgerufen am 10. Mai 2021 von https://www.drugabuse.gov/publications/drugfacts/anabolic-steroids
– National Eating Disorders Association. (2021). Körperdysmorphie-Störung. Abgerufen am 10. Mai 2021 von https://www.nationaleatingdisorders.org/learn/by-eating-disorder/other/body-dysmorphic-disorder